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Interview mit 15-jährigen WRO-Gewinnern: Mit 3D-Druckdrohnen einen „Lebenskanal“ für Nothilfe öffnen

Beitragszeit: 2025-09-22

Beim Future Innovators-Wettbewerb der World Robot Olympiad (WRO) 2025 gewann das Team Zürich Robonaut mit einer selbst entwickelten vertikal startenden und landenden Drohne (VTOL) für die ultraschnelle Verabreichung automatisierter externer Defibrillatoren (AED) den ersten Preis in der Schweiz. Das Team wird die Schweiz im November beim globalen Finale der WRO vertreten.

WRO Future Innovators 2025 3D-Druckdrohne 1 3D-Druckdrohne 2

Wir haben die beiden 15-jährigen Projektleiter interviewt, um mehr über ihre Inspiration zu erfahren und wie sie ihre Ideen in die Tat umgesetzt haben.

eSUN:Herzlichen Glückwunsch zu Ihren großartigen Ergebnissen bei WRO Future Innovators 2025! Drohnen gewinnen im Alltag und in der Industrie immer mehr an Bedeutung. Was hat Sie dazu inspiriert, dieses Projekt zu starten?

Die Idee entstand aus der Beobachtung, dass Rettungsdienste oft mehr als zehn Minuten brauchen, um zu reagieren. Wir wollten eine Möglichkeit schaffen, lebensrettende Hilfe schneller als mit herkömmlichen Methoden zu leisten.

Wir haben erfahren, dass der plötzliche Herzstillstand (SCA) weltweit eine der häufigsten Todesursachen ist. In der Schweiz ereignen sich jährlich rund 8.000 Fälle von SCA außerhalb von Krankenhäusern. Ohne rechtzeitige Defibrillation sinkt die Überlebensrate pro Minute um 7–10 %. Da die durchschnittliche Reaktionszeit in Städten über 10 Minuten beträgt, liegt die Überlebensrate oft unter 10 %. Unsere Drohne soll die Behandlung deutlich schneller ermöglichen und so potenziell viel mehr Leben retten.

eSUN:Wie funktioniert Ihr Drohnensystem und wie könnte es die Notfallreaktion verändern?

Im Notfall hebt Robonaut automatisch von seiner Basis ab, navigiert autonom zum Einsatzort und landet zentimetergenau, um den AED zu liefern, bevor er zurückkehrt. Unsere Berechnungen zeigen, dass die Drohne in Zürich einen AED innerhalb von vier Minuten liefern kann – etwa sechs Minuten schneller als bei herkömmlichen Einsätzen. Dieser Zeitunterschied könnte die Überlebensrate von rund 10 % auf fast 60 % erhöhen.

3D-gedruckte Drohne liefert AEB-Ausrüstung

eSUN:Das ist eine hervorragende Idee. Wir wissen, dass der Drohnenkörper größtenteils im 3D-Druckverfahren hergestellt wurde. Warum haben Sie sich für den 3D-Druck entschieden und welche Rolle spielt er in Ihrem Projekt?

Wir haben uns für den 3D-Druck entschieden, weil er Designfreiheit, leichte Strukturen, Stabilität und schnelle Reparaturen bietet.

Während der Entwicklung gab uns der 3D-Druck die Flexibilität und Freiheit, Designs schnell zu iterieren, zu erneuern und zu optimieren.

eSUN:Vor welchen Herausforderungen standen Sie beim 3D-Druck?

Anfangs hatten wir mit der Parameterabstimmung, der Maßgenauigkeit und der Materialanpassung zu kämpfen. Um leichte und präzise Teile zu erhalten, durchliefen einige Komponenten über zehn Iterationen. Aber dankeSUNDank der hervorragenden Materialien und der Druckbarkeit von haben die Endergebnisse unsere Erwartungen übertroffen.

eSUN:Welche Materialien verwenden Sie hauptsächlich und entsprechen diese Ihren Anforderungen?

Für dieses Projekt verwendeten wireSUN PLA-LW für Teile mit geringer Belastung und PA-CF- und PETG-CF-Kohlefasermaterialien für Strukturen mit hoher Stabilität.

Für Prototyping und Tests,eSUNDie Materialien von erfüllten unsere Anforderungen voll und ganz. Zukünftige Designs werden voraussichtlich weitere 3D-gedruckte Teile aus flexiblen TPU-Materialien und stärkeren Industrieverbundwerkstoffen umfassen. Für die Massenproduktion könnten Industrieverbundwerkstoffe jedoch immer noch besser geeignet sein als der 3D-Druck.

3D-Druckdrohne und Esun Pla-LW

eSUN:Der 3D-Druck schreitet in der realen Industrie schnell voran, undeSUN entwickelt neue industrielle Verbundwerkstoffe, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Wie sehen Sie die Zukunft des 3D-Drucks bei Drohnen?

In den letzten Jahren haben sich sowohl die 3D-Druckmaterialien als auch die Drucker deutlich verbessert. Wir glauben, dass der 3D-Druck insbesondere in der Forschung, im Prototyping und in der Kleinserienproduktion weiter an Bedeutung gewinnen wird. Seine Fähigkeit, modulares Design, schnelle Iteration und Leichtbaustrukturen zu unterstützen, macht ihn äußerst attraktiv. Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Materialien könnten zukünftige Drohnen dank 3D-Druck noch funktionaler und zuverlässiger werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der 3D-Druck eine neue Art von Produktivkraft und universeller Technologie ist, die die reale Welt verändert und jungen Innovatoren gleichzeitig die Möglichkeit gibt, Ideen in die Tat umzusetzen.

eSUN unterstützt weiterhin den 3D-Druck branchenübergreifend und bietet kostenlose Materialsponsoren, Drucktipps und Erfahrungsaustausch für Bildung, Wettbewerbe und Forschungsprojekte an – und fördert so Innovationen und Talente.

Jeder, der an entsprechenden Projekten arbeitet oder diese plant, kann sich gerne an uns wenden. Dieses Förderprogramm ist fortlaufend.


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